VERANSTALTUNGEN

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Mittwoch, 27. Mai 2026, 19 Uhr

Podiumsgespräch: Es heisst wieder: Ausländer raus!
PROGR, Bern

Fremdenfeindlichkeit und die Forderung nach einer fixen Einwanderungsgrenze sind in der Schweizer Politik nicht neu. Bereits 1970 verlangte dies James Schwarzenbach, Nationalrat der Kleinstpartei «Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat».
Er forderte mit seiner Initiative eine Grenze von 10 Prozent Ausländer*innen. Das hätte zur Ausweisung von 300’000 Personen geführt, die in der Schweiz lebten und arbeiteten. Alle Parteien im Nationalrat waren dagegen, inklusive die Bauern- und Gewerbepartei, aus der später die SVP hervorging. Die Bevölkerung lehnte die Schwarzenbach-Initiative ab – allerdings nur mit 54 Prozent.
In den letzten Jahrzehnten hat die SVP mit ausländerfeindlichen Kampagnen und Positionen Wahlen gewonnen – und die Fremdenfeindlichkeit bis weit in bürgerliche Kreise salonfähig gemacht. Wie war das möglich und wohin führt das? Darüber diskutieren: Melinda Nadj Abonji (Schriftstellerin und TESORO-Vorstandsmitglied), Sanija Ameti (Juristin, ehemalige Co-Präsidentin Operation Libero) und Damir Skenderovic (Historiker und Rechtspopulismus-Experte).

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Samstag, 30. Mai 2026, 17 Uhr bis 18 Uhr
Podiumsdiskussion: 10 Mio. Gründe für Solidarität
Kulturhof Hinter Musegg, Luzern

Die Podiumsdiskussion spricht sich gegen die SVP-Initiative aus und soll eine starke Gegenstimme zur rassistischen Initiative darstellen - für Menschenrechte und Solidarität.
Am Podiumsgespräch beteiligt sind: Cécile Bühlmann (Alt-Nationalrätin der Grünen und TESORO-Mitglied), Sibel Arsan (Nationalrätin der Grünen) und Eticus Rozas (Vorstand und Geschäftsleitung der Grünen Stadt Zürich, Gründer Migra*Netzwerk).

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Montag, 1. Juni 2026, 17 bis 19 Uhr
Buchvernissage «Les exclus de la santé»
Musée de la main UNIL-CHUV, Lausanne

Das Schweizer Gesundheitssystem befindet sich in einer Krise – einer Krise, die Unzufriedenheit und Diskriminierungen sichtbar macht. Das Krankenhaus, im Zentrum dieses Systems, ist zu einem regelrechten «Konfliktfeld» geworden.
Diese besorgniserregende Situation hat die Mitglieder des Institut des humanités en médecine dazu veranlasst, sich mit der Frage der Ausgrenzung im Gesundheitswesen auseinanderzusetzen. Gemeinsam untersuchen sie die Mechanismen, die solchen Ausgrenzungen zugrunde liegen, und beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – von politischen und epistemologischen bis hin zu rechtlichen und ethischen Ansätzen. Mitherausgeber der Publikation ist Salvatore Bevilacqua (Anthropologe und TESORO-Vorstandsmitglied).

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Mittwoch, 3. Juni 2026, 20 bis 21.30 Uhr
«All dies hat uns wie ein emotionaler Hurrikan belastet» – Lesung offener Briefe
Das GLEIS, Zürich

Offene Briefe machen Ungerechtigkeiten und Missstände hörbar. Sie richten sich an Personen oder Institutionen und laden ein, zuzuhören, nachzudenken und zu handeln. Dieser Vorlesungsabend ruft dazu auf, einen Raum für bislang nicht erzählte Geschichten zu öffnen. Ehemalige Saisonniers, deren Kinder, Verwandte oder Beobachter*innen lesen aus ihren offenen Briefen, die sie für die Zürcher Ausstellung «Wir, Saisonniers …» verfasst haben. Die Worte widerspiegeln persönliche Geschichten, erzählen vom Alltag, von Hoffnung, von Schmerz und Ausgrenzung. Sie hinterfragen die offizielle Geschichtsschreibung der Schweiz und laden das Publikum ein, sich auf eine vielfältigere, sensible Erinnerungskultur einzulassen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung «Wir, Saisonniers …»: Zürich 1931–2026 statt.

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Samstag, 13. Juni 2026, 14 bis 15.30 Uhr oder 15.30 bis 17 Uhr
Öffentliche Führung: «…und wo sind die Frauen?» – Geschlecht und Saisonnierstatut
Photobastei, Zürich

Wenn über die Geschichte der Saisonniers in der Schweiz berichtet wird, stehen meist Männer auf Baustellen im Fokus. Auch in der Zürcher Ausgabe der Ausstellung sind Bilder von Männern in der Überzahl. Obwohl gerade in den ersten Jahren der Nachkriegszeit die Zahl der Frauen, die für die Arbeit in die Schweiz migrierten, teils überwog. Tausende von Frauen arbeiteten seither als Saisonniers in der Gastronomie, der Hotellerie, dem Gesundheitswesen, der Textilindustrie oder der Landwirtschaft. Also wo sind sie denn, die Frauen?
Mit ihrem kritischen Blick und ihrem reichen Wissen bezüglich Frauen*- und Geschlechtergeschichte führen Elisabeth Joris (Historikerin) und Giulia Bernardi (Kunsthistorikerin und TESORO-Vorstandsmitglied) durch die Ausstellung. Das perfekte Warm-up zum feministischen Streiktag.

Die Führung findet im Rahmen der Ausstellung «Wir, Saisonniers …»: Zürich 1931–2026 statt.

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Samstag, 20. Juni 2026, 18 bis 20 Uhr
Film und Diskussion: Erinnerungskultur und politische Forderungen 
Photobastei, Zürich

Der Dokumentarfilm «Non andare via» (2024) beleuchtet die Gewalt des schweizerischen Saisonnierstatuts gegenüber migrantischen Familien und hat in Belluno wie weit darüber hinaus grosse Resonanz ausgelöst. Die Katastrophe von Mattmark, die viele Saisonniers aus Belluno traf und bis heute nachwirkt, steht ebenso exemplarisch für die schweizerische Erinnerungskultur wie der Umgang mit der Geschichte der Saisonniers in der Schweiz: Beide sind in dieser kaum präsent, während sie in Belluno bis heute lebendig bleiben.
Die autodidaktische Drehbuchautorin Cinzia Cassiadoro aus Belluno hat dieses Ereignis zusammen mit ihrem Vater Giorgio Cassiadoro in den Film «Non andare via» eingeflochten. Nun werden erstmals in der Schweiz Filmausschnitte gezeigt und mit den Filmemacher*innen sowie Paola De Martin (Historikerin und TESORO-Vorstandsmitglied) darüber diskutiert, wie verdrängte Geschichten die offizielle Erzählung herausfordern und darin ihren Platz finden können. Moderiert wird die Veranstaltung von der Historikerin Elisabeth Joris.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung «Wir, Saisonniers …»: Zürich 1931–2026 statt.

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Bis Sonntag, 21. Juni 2026
«Wir, Saisonniers…»: Zürich 1931–2026. Eine Ausstellung über sichtbare Arbeit und unsichtbar gemachtes Leben
Photobastei, Zürich

Die Ausstellung beleuchtet ein Kapitel der Schweizer Geschichte, das lange im Schatten stand und dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen.
Über Jahrzehnte waren Saisonniers in der Schweiz als Arbeitskräfte willkommen, nicht aber als Menschen. Einer rigiden Aufenthaltsbewilligung unterstellt, arbeiteten sie auf unzähligen Baustellen, in Landwirtschaftsbetrieben, Privathaushalten oder im Gastgewerbe und trugen mit ihrer Arbeit massgeblich zum Schweizer Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit bei. Dies meist entfernt von ihren Familien, stets ohne Sicherheit, den Launen der Arbeitger:innen und Migrationsbehörden ausgeliefert. In Baracken und behelfsmässigen Unterkünften untergebracht, lebten und arbeiteten sie oft auch fern von der übrigen Gesellschaft – eine Realität, die sich in anderer Form bis heute fortsetzt.
Die Ausstellung widmet sich den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Saisonniers in der Schweiz und fragt nach den Bezügen zur heutigen Arbeits- und Migrationspolitik. Historische Dokumente, Interviews, Bild- und Filmmaterial lassen persönliche Geschichten und gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar werden.

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«Libere di dover partire» – Dokumentations-Website über die italienische Migration in die Schweiz aus der Perspektive von Frauen. Ein Projekt von Mattia Lento und Manuela Ruggeri.  


Unter dem Porträt von Maria Antonietta ist zudem die TESORO-Website verlinkt.

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Hinweis 
2023 – 2025
TESORO-Vereinspräsidentin Paola De Martin und TESORO-Vizepräsidentin Melinda Nadj Abonji wurden eingeladen, als Mitglieder des zivilgesellschaftlichen Beirats der Arbeitsgruppe «
Denkmalsschutzjahr 2025» von ICOMOS Suisse das Jubiläumsjahr 2025 aktiv mitzugestalten.


«Eine Zukunft für unsere Vergangenheit» lautete 1975 das Gründungsmotto des EDKSJ. Am 50-jährigen Jubiläum lautet die Frage: Wessen Vergangenheit? A future for whose past? Es fokussiert auf diskriminierte Bevölkerungsgruppen, Minderheiten und Menschen ohne Lobby. Veranstaltungshinweise folgen laufend!

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